Bolivien 2002

Bolivien 2002

November 2002

Was für Peru gilt, gilt auch für Bolivien. Bolivien ist ein grosses Land mit fantastischen und sehr vielseitigen Landschaften. Reisen in diesem Land erfordert trotz der guten öffentlichen Transportmöglichkeiten ziemlich viel Zeit. Will man zudem etwas abseits der touristischen Hauptrouten reisen, dann sind gute Spanischkenntnisse unabdingbar. Wir waren von September bis Dezember 2002 für rund drei Monate in Peru und Bolivien unterwegs.

Die nachfolgenden Orte in Bolivien haben uns speziell gut gefallen und liegen zudem eher abseits der Touristenpfade:

  • Besuch einer Mennonitenkolonie
    Die Mennoniten sind Wiedertäufergruppen und stammen ursprünglich aus Deutschland, Holland und der Schweiz. Sie sprechen altdeutsch (tönt irgendwie wie ein Mix aus Hochdeutsch und Holländisch) und sind äusserst gläubig, konservativ und scheu. Sie leben ein hartes, völlig abgeschiedenes Leben in der Landwirtschaft und verneinen fast alle Annehmlichkeiten des modernen Lebens (Elektrizität, Autos, etc.). In Bolivien und Paraguay leben rund eine Million Mennoniten in verschiedenen Kolonien. In der Regel ist es kaum möglich, diese Leute zu besuchen, denn sie wollen ein zurückgezogenes Leben führen und fühlen sich durch Fremde gestört. Wir hatten aber das grosse Glück, in Paurito einen Taxifahrer zu treffen, der einige Mennoniten kennt und ab und zu für sie Transporte macht. Er war bereit uns dorthin zu führen und seine guten Beziehungen einzusetzen. Dort angekommen hatten wir noch mehr Glück, denn genau an diesem Tag war eine Auktion in der Kolonie, wo das gesamte Hab und Gut eines Verstorbenen versteigert wurde. Hier waren etwa 200 MennonitInnen anwesend, alle angereist mit ihren Kutschen, alle blond und mit den gleichen Kleidern, unglaublich für uns, dies zu sehen.
    Man fühlt sich wie in einem Film, um etwa 200 Jahre in der Zeit zurückversetzt! Zu unserem Erstaunen liessen sie uns auch Fotos machen und wir konnten uns recht gut mit ihnen unterhalten (in Altdeutsch und Spanisch sowie etwas Hochdeutsch). Die Mennoniten dieser Kolonie hier sind von Mexiko hierher gezogen und waren nicht allzu scheu, wohl eher eine offenere Kolonie als andere. Ein unvergessliches Erlebnis für uns!
    Die von uns besuchte Kolonie heisst Santa Rita und liegt bei Paurito, Cotoco, ca. 40 km von Santa Cruz entfernt.
  • Besuch des Nationalparkes Amboró
    Ausgangspunkt für den nördlichen Teil des recht wenig besuchten Nationalparkes ist Buena Vista, ca. 100 km von Santa Cruz entfernt. Wir haben von hier eine dreitägige Dschungeltour nach Matacarú unternommen. Tiere haben wir zwar fast keine zu Gesicht bekommen, aber der Regenwald war einer der schönsten, den wir bisher gesehen haben. Man kann hier auf teilweise recht steilen und glitschigen "Wegen" wunderschöne Wanderungen entlang von Bächen machen, mit unzähligen Wasserfällern und Naturpools, herrlich zum Baden und Erfrischen. Die Flora ist sehr artenreich und erscheint in satten Grüntönen. Übernachtet wird im Zelt mitten im Dschungel.